Terrorismus in Paris – und eine unerfüllbare Anspruchshaltung

Da ist er nun passiert, der so genannte K-Fall (Krisen-Fall). Während im Fernsehen das Fußballspiel zwischen Frankreich und Deutschland aus Paris übertragen wird, verüben Attentäter Anschläge und nehmen Geiseln in der französischen Hauptstadt. Eine Nachrichtenlage, die alles an Kräften erfordert – und die Erwartungen an die Medien sind unerfüllbar hoch. Weiterlesen

Die Bezeichnung Nachrichten hat ihren Wert verloren

Kein Ereignis hat bisher so klar vor Augen geführt, dass im Nachrichten-Journalismus handwerkliche Grundlagen abhanden gekommen sind. In der Berichterstattung über den Absturz eines Germanwings-Flugzeugs haben Vorgaben zum Sendeformat die Inhalte bestimmt – und fast überall klebte das Etikett „Nachrichten“ drauf. Es waren aber kaum welche drin. Weil die Definition von Nachrichten inzwischen so verwaschen und ausgehöhlt ist, sollte die ursprüngliche Form dieses Genres zu neuem Leben erweckt werden. Nennen wir es der Einfachheit halber „Fakten„. Weiterlesen

Der Tod von Tugce A. – Medien „ermitteln“

Am 15. November stürzt eine 22-jährige Studentin in Offenbach zu Boden, erleidet schwere Kopfverletzungen und fällt ins Koma. Knapp zwei Wochen später entscheiden ihre Eltern, die Maschinen an ihrem Bett auf der Intensivstation abzuschalten. Es geht um Tugce A., die vor einem Schnellrestaurant von einem Mann geschlagen worden sein soll. Sie habe vorher zwei Mädchen beigestanden, die von ihm angeblich bedrängt wurden. Der Fall geht durch die Presse. Mit viel Emotion und wenig Fakten: Weiterlesen

EIL +++ Costa Concordia bewegt sich – Löw nicht +++ BREAKING

Dieser Mittwoch war kein gewöhnlicher Nachrichtentag. Das Weltgeschehen ist derzeit so intensiv, dass selbst wichtigere Meldungen kaum noch in allen relevanten Sendungen Platz finden. Kriege und Krisen bestimmen die Schlagzeilen. Entsprechend ist das Meldungsaufkommen. Und immer wieder dazwischen: Wichtige Eilmeldungen. Wichtig? Weiterlesen

Verleger schlachten Depublikations-Regeln aus – nun auch SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE bietet neuerdings ein Nachrichten-Archiv an. Sämtliche Artikel sind dort nachträglich abrufbar – rückwirkend bis ins Jahr 2000. Eine tolle Sache. SPIEGEL ONLINE füllt damit eine Lücke aus, die die Zeitungsverleger extra für sich geschaffen haben. Öffentlich-rechtliche Anstalten dürfen so etwas nämlich nicht anbieten – obwohl die Kunden dafür bezahlt haben. Weiterlesen

Wieviele Unwetterwarnungen hätten Sie denn gern?

Der frühere ARD-Wetterfachmann Jörg Kachelmann schießt gegen seinen damaligen Arbeitgeber, es sei nicht ausreichend vor der Gewitterfront über Nordrhein-Westfalen gewarnt worden. In seiner polemischen Kritik macht er WDR-Intendant Tom Buhrow für den Tod von fünf (je nach Quellenlage auch sechs) Menschen verantwortlich. Was steckt hinter dieser unsachlichen Debatte? Weiterlesen

Nachrichten mit Werbungs-Mehrwert

Werbung in den Nachrichten? Nein, das gibt es nicht. Wenn Unternehmens- und Markennamen in Meldungen auftauchen, dann geht es um die reine Berichterstattung. Bilanzen, Personal, Börsenkurse. Stimmt das? Leider nicht. Nachrichtenredakteure lassen sich viel zu oft vor den Werbekarren spannen. Weiterlesen

Ebola löst Panik-Epidemie in Redaktionen aus

In Kanada ist ein Patient auf eine Isolierstation verlegt worden. Es besteht der Verdacht auf eine Ebola-Infektion. An diesem eher nachrichtenarmen Morgen reichte das aus für eine veritable Epidemie. Sehr ansteckend und vermutlich auch in absehbarer Zeit nicht heilbar. In Teilen der Presse brach die Panik-Epidemie aus:

Weiterlesen

Nachrichten in der Zukunft – mein antizyklischer Vorschlag

Höher, schneller, weiter – lauter, schriller, bunter. So lässt sich die Debatte um den „Journalismus der Zukunft“ grob zusammenfassen. Es wird viel experimentiert und spannende Projekte tauchen hier und da als Ergebnisse auf. Vergleichsweise still ist es, wenn der „Nachrichten-Journalismus der Zukunft“ thematisiert wird. Diese Diskussion möchte ich ein wenig befeuern. Und zwar mit einem antizyklischen Vorschlag: Weiterlesen

Von Abmahnung bedroht und Lehrgeld bezahlt

Das Einschreiben aus dem Westerwald hatte es in sich: Ein Bild aus der Datenbank von Pixelio sei auf meiner Facebook-Seite zu sehen. Es handele sich um einen „gravierenden Verstoss gegen die Rechte des Urhebers am Bild“, lese ich in dem Brief. Er stammt von einem Fotografen, der darauf aufmerksam macht, er verfüge „vollinhaltlich“ über diese Rechte. Vor einer Abmahnung wolle er mir entgegenkommen und seine „nach anerkannter MfM-Liste zustehenden Honoraransprüche“ in Rechnung stellen. EUR 303,45 verlangt der Fotograf – inklusive „Porto- und Kopieraufwand“ sowie Mehrwertsteuer: Weiterlesen