Bitte beim Gedenken Bedenken bedenken

Am 6. August 1945 klinkte ein US-Militärflugzeug über Hiroshima eine Atombombe aus. Drei Tage später wurde auf Nagasaki eine Atombombe abgeworfen. Die beiden Tage sind nach wie vor jedes Jahr und international wichtiger Anlass, an die Opfer zu erinnern. Etwa 100.000 Menschen wurden direkt durch die Bomben getötet – unzählige Tote kamen durch Strahlenwirkung noch hinzu. Und das sind nur zwei von vielen Ereignissen, an deren Datum zum Gedenken aufgerufen wird. Es ist eine würdevolle Formulierung, oft in Nachrichten zu lesen und zu hören – aber bei falscher Anwendung kann sie zu einer würdelosen Entgleisung werden. Weiterlesen

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+++ EIL +++ In China ist ein Sack Reis umgefallen +++ EIL +++

Schnell muss es sein. Und selbst das ist noch zu langsam. Wenn ein wichtiges Ereignis in die Nachrichten kommt, darf keine Zeit verloren werden. Nicht einmal die Zeit, die notwendig ist, um zu recherchieren und Quellen zu prüfen. Weil über soziale Medien alles ungeprüft verbreitet wird, ist der Zeitdruck für professionelle Medien größer geworden. Muss das zum neuen Maßstab werden? Weiterlesen

Alle Wahlen wieder

Ob kommunal, landesweit oder bundesweit – noch bevor der erste Stimmzettel ausgefüllt ist, wechselt die Sprache in der Wahl-Berichterstattung. Je näher der Sonntag der Entscheidung heran rückt, umso wortgewaltiger werden die Schlagzeilen. Die Begriffssammlung aus der alten Kiste der Floskeln und Phrasen wird hemmungslos geplündert. Weiterlesen

Endet die professionelle Distanz an einer Wasserleiche?

Es löste einen Sturm der Entrüstung aus, als die österreichische Kronen-Zeitung ein Foto mit toten Flüchtlingen veröffentlichte. Das Bild, das unverpixelt die Leichen auf der Ladefläche eines LKW zeigt, wurde auch von der Bild-Zeitung in Deutschland abgedruckt. Es sei ein „Dokument der Zeitgeschichte“, erläuterte die Bildunterschrift. Nun ist ein neues Foto auf dem Markt. Eine Kinderleiche liegt am Strand. Weiterlesen

Dramatisches Drama

Es ist kein neues Phänomen, dass Emotion in Nachrichten Einzug gehalten hat. Die Befürworter argumentieren, die Story rücke so näher an den Hörer, Zuschauer oder Leser – es mache die Nachricht „persönlicher“. Die Gegner, zu denen ich mich zähle, sehen das Neutralitätsgebot in Nachrichten verletzt und vermuten gelegentlich dahinter Effekthascherei. Sei es drum, die Medienlandschaft ist Vielfältig und es gibt Platz genug für unterschiedliche Stile. Ein neuer Trend jedoch geht einen Schritt weiter. Zu weit. Weiterlesen

Das Hilfspaket als Wundertüte

Es sind inzwischen etwa fünf Jahre, dass die finanzielle Situation Griechenlands in den Nachrichten behandelt wird. In dieser Zeit haben sich einige Begriffe aus dem politischen Feld verselbstständigt, die ursprünglich noch als wohlmeinend eingestuft werden konnten. Inzwischen kristallisiert sich eine Situation heraus, die auch erfahrenen Kollegen – mich eingeschlossen – zu Denken geben sollte. Weiterlesen

Unbestätigt tot? Warum Pietät in Nachrichten wichtig ist.

Am Freitag (26.06.15) zieht ein Attentäter am Strand von Sousse in Tunesien ein Maschinengewehr aus dem Sonnenschirm und tötet 37 Menschen. Die Hotelanlage hinter dem Strand wird vor allem von internationalen Gästen besucht. Das tunesische Gesundheitsministerium berichtet, es seien auch deutsche Staatsbürger unter den Opfern, nennt aber keine Zahl. Das Auswärtige Amt in Berlin gibt dafür keine Bestätigung. Wie soll man damit am Nachrichtentisch umgehen? Weiterlesen