Brauchen wir #grexit, #luxleaks und #reusgate in Nachrichtentexten?

Wer Nachrichten schreibt, kennt die wenig schmeichelhafte Bezeichnung „Zehn-Zeilen-Journalist„. Mehr Platz ist nur in sehr seltenen Fällen drin für ein Thema. Zehn Zeilen sind die durchschnittliche Länge eines Manuskripts in Hörfunk-Nachrichten und deshalb ist jede Möglichkeit, sich kürzer zu fassen, willkommen. Dazu zählen auch Abkürzungen, am besten die, die nicht mehr erklärt werden müssen. Diese Logik funktioniert jedoch nicht immer. Weiterlesen

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Ja, ist das denn die Möglichkeit?!

„Nichts ist unmöglich!“ – das galt im Werbeslogan eines Autoherstellers und wirkt noch immer in die Redaktionen hinein. Sobald es um einen Verdacht geht, kommt das Zauberwort „möglicherweise“ zum Einsatz.  Die Formulierung ist praktisch: Mit ihr lässt sich geschickt jede Vermutung so verpacken, als sei sie bereits bewiesene Tatsache. Außerdem ist sie unverbindlich. Es könnte ja auch anders sein. Aber „möglicherweise“ eben doch so wie spekuliert. Jetzt noch geschickt eine Kombination mit einem vermeintlichen „Skandal“ – und fertig ist die perfekte Schlagzeile: Wie zum Beispiel diese auf WELT ONLINE:

Möglicherweise neuer Organspenden-Skandal in Leipzig

Möglicherweise auch nicht.

Möglicherweise stürzt morgen auch eine Boeing 747 auf Gelsenkirchen. Nichts ist unmöglich. Es gibt allerdings – nicht nur möglicherweise – präzisere Formulierungen.

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