Was ist hier eigentlich offenbar?

Bild: Udo Stiehl

Wenn es ein mächtiges Wort im Nachrichtengeschäft gibt, dann dieses. Unklare Quellenlage? Offenbar. Widersprüchliche Angaben? Offenbar. Angst vor Falschmeldung? Offenbar. Mit diesem Wort lässt sich alles als Meldung verkaufen. Sind die Tatsachen hinterher doch andere? Macht nichts, war ja nur offenbar so. Das macht den Einsatz dieser Formulierung so gefährlich für die Glaubwürdigkeit von Nachrichten. Weiterlesen

Bitte beim Gedenken Bedenken bedenken

Bild: Udo Stiehl

Am 6. August 1945 klinkte ein US-Militärflugzeug über Hiroshima eine Atombombe aus. Drei Tage später wurde auf Nagasaki eine Atombombe abgeworfen. Die beiden Tage sind nach wie vor jedes Jahr und international wichtiger Anlass, an die Opfer zu erinnern. Etwa 100.000 Menschen wurden direkt durch die Bomben getötet – unzählige Tote kamen durch Strahlenwirkung noch hinzu. Und das sind nur zwei von vielen Ereignissen, an deren Datum zum Gedenken aufgerufen wird. Es ist eine würdevolle Formulierung, oft in Nachrichten zu lesen und zu hören – aber bei falscher Anwendung kann sie zu einer würdelosen Entgleisung werden. Weiterlesen

Kann ich bitte alle Informationen schon vor der ersten Eilmeldung haben?

breaking

Nein. Es gibt keine vollständige Geschichte. Auch wenn auf Twitter, Facebook und sonst wo schon die Gerüchteküche brodelt. Und: Ja, es gibt alle Spekulationen, Fakes und Behauptungen. Aber das hat nichts mit Journalismus zu tun – wird aber oft damit verwechselt. Weiterlesen

+++ EIL +++ In China ist ein Sack Reis umgefallen +++ EIL +++

Bild: Jost Langheinrich

Schnell muss es sein. Und selbst das ist noch zu langsam. Wenn ein wichtiges Ereignis in die Nachrichten kommt, darf keine Zeit verloren werden. Nicht einmal die Zeit, die notwendig ist, um zu recherchieren und Quellen zu prüfen. Weil über soziale Medien alles ungeprüft verbreitet wird, ist der Zeitdruck für professionelle Medien größer geworden. Muss das zum neuen Maßstab werden? Weiterlesen

Der Tatort beginnt gegen 20.15 Uhr: Warum Nachrichten auch mal kürzer oder länger sein sollten

Screenshot Tagesschau vom 18.03.2016

Der 18. März 2016 war kein gewöhnlicher Nachrichten-Tag. Die Deutsche Presse-Agentur schickte zwölf Eilmeldungen an ihre Kunden, die Tagesschau hatte drei Aufmacher gleichzeitig und das Weltgeschehen ließ sich kaum in eine Sendung mit vorgegebener Länge pressen. Ist das noch zeitgemäß?

Weiterlesen

Alle Wahlen wieder

Screenshot ARD

Ob kommunal, landesweit oder bundesweit – noch bevor der erste Stimmzettel ausgefüllt ist, wechselt die Sprache in der Wahl-Berichterstattung. Je näher der Sonntag der Entscheidung heran rückt, umso wortgewaltiger werden die Schlagzeilen. Die Begriffssammlung aus der alten Kiste der Floskeln und Phrasen wird hemmungslos geplündert. Weiterlesen