Fette Ansage aus Wolfsburg

img_1705

Volkswagen steht mitten im „Abgas-Skandal“. Gerade ist es dem Konzern gelungen, in den USA einen Vergleich abzuschließen. 15 Milliarden US-Dollar zahlt das Unternehmen, das seine Kunden schamlos betrog. Ein weiterer Vergleich ist noch in Arbeit. Der Vorstandsvorsitzende von VW, Matthias Müller, gibt kurz darauf ein Interview – seine Wortwahl ist erschütternd. Weiterlesen

Ein gefährliches „Wirus“ breitet sich aus

buegeleisen

Wir sind, wir müssen, wir sollten… Diese Formulierungen sind nicht neu. Wer für seine Meinung wirbt, seine Argumente vorbringt und rhetorisch möglichst alle ansprechen möchte, bedient sich gerne solcher „Wir“-Konstruktionen. Dieser Mechanismus jedoch führt inzwischen zu einer – durchaus beabsichtigten – Lagerbildung, die dem Versuch einer Geiselnahme gleichkommt. Ganz nach dem Schema, das George W. Bush einst nutze: „Either with us, or with the terrorists“. Dieses „Wirus“ ist ansteckend und gefährlich. Weiterlesen

Der Begriff der Volkspartei verliert seine Basis

image3

Am 23.10.1995 titelte die taz: „SPD deutlich über fünf Prozent“ – und spitzte das bis dahin schlechteste Ergebnis der Sozialdemokraten – einer so genannten Volkspartei – bei Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus zu. Rund 23 Prozent hatte die SPD damals erzielt. Die Wahl am 18.09.16 ergab einen neuen Tiefpunkt: Knapp 22 Prozent der Wählerstimmen entfielen auf die Sozialdemokraten – und sie wurden damit sogar Wahlsieger. Gefolgt von der CDU mit knapp 18 Prozent. Kann angesichts solcher Zahlen noch von Volksparteien gesprochen werden? Weiterlesen

Streicht die Adjektive und nehmt der AfD ihre „Lügenpresse“-Munition

img_0450

Die Parteien dürften sich nicht der Wortwahl der AfD anpassen, sagte Bundeskanzlerin Merkel in der Generaldebatte des Bundestages. Man kann darüber trefflich streiten, ob sie nun speziell in Richtung CSU und Horst Seehofer formulierte, oder ob alle Parteien gleichermaßen gemeint waren. Zweifelsfrei jedoch sprach Angela Merkel ein Thema an, das auch Journalisten betrifft. Denn in vielen Redaktionen wird zu wenig darüber nachgedacht, was Formulierungen mit sich tragen – wenn sie gut gemeint, aber nicht gut gemacht sind. Weiterlesen

Was ist hier eigentlich offenbar?

Bild: Udo Stiehl

Wenn es ein mächtiges Wort im Nachrichtengeschäft gibt, dann dieses. Unklare Quellenlage? Offenbar. Widersprüchliche Angaben? Offenbar. Angst vor Falschmeldung? Offenbar. Mit diesem Wort lässt sich alles als Meldung verkaufen. Sind die Tatsachen hinterher doch andere? Macht nichts, war ja nur offenbar so. Das macht den Einsatz dieser Formulierung so gefährlich für die Glaubwürdigkeit von Nachrichten. Weiterlesen

Bitte beim Gedenken Bedenken bedenken

Bild: Udo Stiehl

Am 6. August 1945 klinkte ein US-Militärflugzeug über Hiroshima eine Atombombe aus. Drei Tage später wurde auf Nagasaki eine Atombombe abgeworfen. Die beiden Tage sind nach wie vor jedes Jahr und international wichtiger Anlass, an die Opfer zu erinnern. Etwa 100.000 Menschen wurden direkt durch die Bomben getötet – unzählige Tote kamen durch Strahlenwirkung noch hinzu. Und das sind nur zwei von vielen Ereignissen, an deren Datum zum Gedenken aufgerufen wird. Es ist eine würdevolle Formulierung, oft in Nachrichten zu lesen und zu hören – aber bei falscher Anwendung kann sie zu einer würdelosen Entgleisung werden. Weiterlesen

Kann ich bitte alle Informationen schon vor der ersten Eilmeldung haben?

breaking

Nein. Es gibt keine vollständige Geschichte. Auch wenn auf Twitter, Facebook und sonst wo schon die Gerüchteküche brodelt. Und: Ja, es gibt alle Spekulationen, Fakes und Behauptungen. Aber das hat nichts mit Journalismus zu tun – wird aber oft damit verwechselt. Weiterlesen