Der Pressekodex öffnet sich für die „Lügenpresse“-Verschwörer

Der Deutsche Presserat hat die Richtlinie 12.1 im Pressekodex geändert. In dem Abschnitt geht es um die Berichterstattung über Straftaten und die Erwähnung von ethnischen, religiösen und anderen Zugehörigkeiten der mutmaßlichen Täter. Die Änderung folgt auf die Vorwürfe von „Lügenpresse“-Rufern, die Presse verschweige bewusst solche Einzelheiten. Beim Presserat ist diesen „besorgten Bürgern“ nun gelungen, was nicht nötig gewesen wäre: Die Richtlinie 12.1 ist in ihrer neuen Form unkonkreter und öffnet damit genau jenen Provokateuren neue Möglichkeiten, die Presseberichterstattung ohnehin gezielt diskreditieren wollen. Ein Kommentar. Weiterlesen

Ist das zu viel des Trump? Nein.

„Muss wirklich jeder Schritt des neuen amerikanischen Präsidenten auseinandergenommen werden?“ Dieses Zitat aus der Emder Zeitung begegnete mir vor Kurzem im DLF beim Zusammenstellen der Presseschau. Der Kommentator beantwortete das mit „Doch! Es muss!“ – und er hat Recht. Die Veränderungen in der US-amerikanischen Politik sind so gravierend, dass sie mit den üblichen Mitteln in Nachrichten kaum darstellbar sind.

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Ein gefährliches „Wirus“ breitet sich aus

Wir sind, wir müssen, wir sollten… Diese Formulierungen sind nicht neu. Wer für seine Meinung wirbt, seine Argumente vorbringt und rhetorisch möglichst alle ansprechen möchte, bedient sich gerne solcher „Wir“-Konstruktionen. Dieser Mechanismus jedoch führt inzwischen zu einer – durchaus beabsichtigten – Lagerbildung, die dem Versuch einer Geiselnahme gleichkommt. Ganz nach dem Schema, das George W. Bush einst nutze: „Either with us, or with the terrorists“. Dieses „Wirus“ ist ansteckend und gefährlich. Weiterlesen

Kann ich bitte alle Informationen schon vor der ersten Eilmeldung haben?

Nein. Es gibt keine vollständige Geschichte. Auch wenn auf Twitter, Facebook und sonst wo schon die Gerüchteküche brodelt. Und: Ja, es gibt alle Spekulationen, Fakes und Behauptungen. Aber das hat nichts mit Journalismus zu tun – wird aber oft damit verwechselt. Weiterlesen

+++ EIL +++ In China ist ein Sack Reis umgefallen +++ EIL +++

Schnell muss es sein. Und selbst das ist noch zu langsam. Wenn ein wichtiges Ereignis in die Nachrichten kommt, darf keine Zeit verloren werden. Nicht einmal die Zeit, die notwendig ist, um zu recherchieren und Quellen zu prüfen. Weil über soziale Medien alles ungeprüft verbreitet wird, ist der Zeitdruck für professionelle Medien größer geworden. Muss das zum neuen Maßstab werden? Weiterlesen

Der Tatort beginnt gegen 20.15 Uhr: Warum Nachrichten auch mal kürzer oder länger sein sollten

Der 18. März 2016 war kein gewöhnlicher Nachrichten-Tag. Die Deutsche Presse-Agentur schickte zwölf Eilmeldungen an ihre Kunden, die Tagesschau hatte drei Aufmacher gleichzeitig und das Weltgeschehen ließ sich kaum in eine Sendung mit vorgegebener Länge pressen. Ist das noch zeitgemäß?

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Alle Wahlen wieder

Ob kommunal, landesweit oder bundesweit – noch bevor der erste Stimmzettel ausgefüllt ist, wechselt die Sprache in der Wahl-Berichterstattung. Je näher der Sonntag der Entscheidung heran rückt, umso wortgewaltiger werden die Schlagzeilen. Die Begriffssammlung aus der alten Kiste der Floskeln und Phrasen wird hemmungslos geplündert. Weiterlesen