Fette Ansage aus Wolfsburg

Volkswagen steht mitten im „Abgas-Skandal“. Gerade ist es dem Konzern gelungen, in den USA einen Vergleich abzuschließen. 15 Milliarden US-Dollar zahlt das Unternehmen, das seine Kunden schamlos betrog. Ein weiterer Vergleich ist noch in Arbeit. Der Vorstandsvorsitzende von VW, Matthias Müller, gibt kurz darauf ein Interview – seine Wortwahl ist erschütternd. Weiterlesen

Ein gefährliches „Wirus“ breitet sich aus

Wir sind, wir müssen, wir sollten… Diese Formulierungen sind nicht neu. Wer für seine Meinung wirbt, seine Argumente vorbringt und rhetorisch möglichst alle ansprechen möchte, bedient sich gerne solcher „Wir“-Konstruktionen. Dieser Mechanismus jedoch führt inzwischen zu einer – durchaus beabsichtigten – Lagerbildung, die dem Versuch einer Geiselnahme gleichkommt. Ganz nach dem Schema, das George W. Bush einst nutze: „Either with us, or with the terrorists“. Dieses „Wirus“ ist ansteckend und gefährlich. Weiterlesen

Goldene Beeren auf der Berlinale?

„Sprache verändert sich mit der Zeit“ ist häufig die Passepartout-Antwort, wenn über veränderte Schreibweisen und Aussprachen diskutiert wird. Ein Portemonnaie ist inzwischen zum Portmonee geworden und die Jury wird längst nicht mehr hinten betont. Darauf reagieren manche Puristen mit nässendem Ausschlag – anderen trotzt es nur ein müdes Lächeln ab. Ich gehöre eher zu den Erstgenannten, aber das Fundament wackelt. Weiterlesen

„Bei“ passt fast immer – und ist fast immer falsch

In Nachrichtenredaktionen gibt es Marotten, die sind einfach nicht totzukriegen. Eine dieser Unarten ist die Benutzung von „bei“ – und zwar bei jeder Gelegenheit. Es ist so schön praktisch, denn „bei“ passt so gut wie immer. Und ist so gut wie immer falsch. Mitunter entstehen köstliche Aussagen, wie z.B.: „Bei einem Gipfel in Brüssel sagte Merkel…“. In etwa 90 Prozent aller Fälle geht es nicht nur eleganter, sondern auch präziser:

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Der „Supertaifun“ – klingt komisch, ist aber so

Als Korinthenkacker konnte ich das nicht umkommentiert lassen: Da zieht ein gewaltiger Taifun über die Philippinen hinweg – und schon ist in den Schlagzeilen vom „Super-Sturm“ und vom „Super-Taifun“ die Rede. Was mir auf den ersten Blick als sensationslüsterne Formulierung erschien, ist tatsächlich aber schlicht ein definierter Begriff von Meteorologen:

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Zugausfälle in Mainz lösen Redaktions-Chaos aus

Im Mainzer Hauptbahnhof halten weniger Züge, weil das Stellwerk nicht mehr ausreichend personell besetzt ist. Seit Tagen ist deshalb in Print, Funk und Fernsehen von „Bahn-Chaos“ (sueddeutsche.de), „Chaos in Mainz“ (welt.de) und „Mega-Chaos“ (bild.de) die Rede. Tatsächlich aber ist das viel zitierte Chaos ganz woanders ausgebrochen – nämlich in den Redaktionen.

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Im Wahlkampf ist Reden Silber – Phrasendreschen ist Gold

Was ist eigentlich in die Politiker und ihre Redenschreiber gefahren? Auf den Parteitagen in den vergangenen Wochen hören wir von Räuber Hotzenplotz, von Robin Hood und Loch Ness. Auch Graf Dracula fand bereits Erwähnung. Gibt es einen geheimen Wettbewerb unter den Parteien um den Großen Preis der plattesten Bilder? Ist die politische Rede neuerdings auf den Wettkampf um den skurrilsten O-Ton für die Nachrichtensendungen reduziert? Was geht an den Rednerpulten der Parteitage eigentlich vor im Wahlkampf?

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